Morbus Behçet

Der Morbus Behçet ist eine Gefäßentzündung (= Vaskulitis) in zahlreichen Organen, deren Ursache noch weitestgehend unbekannt ist. Die Erkrankung ist in den Ländern entlang der ehemaligen Seidenstraße (vom Mittelmeer über die Türkei bis nach Japan) am häufigsten, kommt jedoch weltweit in unterschiedlicher Häufigkeit vor (Abb.). Die Häufigkeit in der Türkei wird mit ca. 15 – 300 / 100.000 Einwohner (je nach Region) angegeben, in Deutschland schätzt man die Häufigkeit auf etwa 0.6 Fälle auf 100 000 Einwohner. Diese Zahl ist aber möglicher Weise zu gering geschätzt, da der M. Behçet besonders bei Deutschen viel zu spät, wenn überhaupt, diagnostiziert wird (1).


Abbildung 1:
Seidenstraße (aus: Drege, Marco Polo et la route de soie, Decouvertes Gallimard 1989)
 

Der Morbus Behçet ist vornehmlich eine Erkrankung des jungen Erwachsenen, allerdings können auch Kinder und seltener ältere Menschen jenseits des 65. Lebensjahres erkranken. Männer sind in den meisten Ländern häufiger (und oft auch mit schwereren Organbeteiligungen) betroffen, als Frauen. Ein familiär gehäuftes Auftreten der Erkrankung kann vorkommen, ist jedoch eher selten.

In der Pathogenese (ursächlichen Entstehung) des M. Behçet spielen genetische Faktoren eine große Rolle. So ist bei etwa 70 % aller Patienten (unabhängig von der Herkunft) das HLA (humane Leukozyten (=weiße Blutkörperchen)) Antigen B-51 nachweisbar, und man geht davon aus, dass dieses zusammen mit bestimmten Infektionen und anderen, noch unbekannten (zum Beispiel Umwelt- oder weiteren genetischen Faktoren) zur Krankheitsentstehung beiträgt (2).

       
Abbildung 2:
Hulusi Behçet, Benediktos Adamantiades, Hippokrates

Die Erkrankung ist nach demjenigen benannt, der sie zuerst beschrieben hat: Prof. Hulusi Behçet, einem türkischen Dermatologen (Hautarzt) (Abbildung 2), der erstmals die Kombination aus Augenentzündung, Hautveränderungen und oralen Aphthen (Blässchen/Geschwüre im Mund) als eigenständiges Krankheitsbild auffasste und 1937 in der Deutschen Dermatologischen Wochenschrift beschrieb (3). Allerdings wurde, zumindest in Teilen und ohne als eigenständige Krankheit aufgefasst zu werden, das Krankheitsbild schon bereits viel früher in der Literatur beschrieben. Die erste Beschreibung der Krankheitssymptome findet sich wahrscheinlich bereits bei Hippokrates von Kos (460-377 vor Christus). Viele griechische Ärzte bezeichnen die Erkrankung mit dem äußerst langen Namen „Morbus Adamantiades-Behçet“, da (unter vielen anderen) der griechische Ophthalmologe (Augenarzt) Benediktos Adamantiades Symptome der Erkrankung (im Jahre 1930) beschrieb (Abb. 2) (4). Die verschiedenen Ärzte, die im Laufe der Zeit die Symptome eines M. Behçet beschrieben, ohne sie als eigenständiges Krankheitsbild aufzufassen, sind in den Arbeiten von Dilsen 1996 (5) und später von Zouboulis und Keitel (2002) (6) sehr gut zusammengefasst (Tabelle 1).


Tabelle 1:
Beschreibungen von Symptomen des M. Behçet vor der Publikation von H. Behçet und . Adamantiades (aus: Keitel und Zouboulis 2002)

Da beim M. Behçet eine generalisierte (systemische) Gefäßentzündung vorliegt, können prinzipiell alle (mit Gefäßen versorgte) Organsysteme des Körpers betroffen werden. Allerdings lassen sich häufige von weniger häufigen Organbeteiligungen unterscheiden. Hauptmerkmal der Erkrankung ist die Bildung von Geschwüren im Mund (=orale Aphthen, ABB), an der praktisch alle Patienten leiden. Das sind häufig wiederkehrende, schmerzhafte offene Stellen im Mund, z.B. auf der Innenseite der Lippen und Wangen, aber auch auf und unter der Zunge und im Rachen. Das ungewöhnliche ist, dass diese offenen Stellen, die auch im Rahmen von Infekten oder Allergien bei sonst gesunden Menschen auftreten können, extrem langsam abheilen und relativ groß werden (bis 1 cm und größer), und zum Teil so tief sind, dass sie Narben hinterlassen (Abb. 3).


Abbildung 3:
orale Aphthe

Ähnliche Veränderungen finden sich häufig (60-80%) auch im Genitalbereich (bei Männern an Hoden und Penis, bei Frauen an Schamlippen und Scheide (= genitale Aphthen). 

Das dritthäufigste Symptom sind Hautveränderungen, die äußerst unterschiedlich aussehen können. Dabei am häufigsten sind die sogenannten „Papulopusteln“, akne-ähnliche Veränderungen, die aber an für Akne untypischen Stellen (also ausserhalb von Gesicht, Brust und Rücken) und in einem für Akne untypischen Alter (außerhalb der Pubertät) auftreten. Der Inhalt dieser eitrig aussehenden Pusteln ist steril (er enthält keine krankheitserregenden Keime). Oft  bilden sich derartige Papulopusteln nach mechanischen Reizen (das nennt man dann „Pathergie-Phänomen“, das ist bei ca. 30% aller Patienten positiv und wird oft gezielt mit einem Nadelstich in die Unterarm-Innenseite überprüft). Ausserdem kommt relativ häufig ein sogenanntes Erythema nodosum vor, hierbei handelt es sich um gerötete, verhärtete, überwärmte Hautareale, die äußerst druckschmerzhaft sind. Das Erythema nodosum beim M. Behçet tritt zumeist an den unteren Extremitäten (Beine) auf und ist meist multipel (das heisst, es treten viele Herde gleichzeitig auf) (Abb. 5). Es kommen, wenn auch seltener, beim M. Behçet allerdings auch vaskulitische Ulzerationen (Geschwüre), die man dann „leukozytoklastische Vaskulitis“ nennt, ebenfalls vor allem an den Beinen vor (ABB). Auch andere, unspezifischere Hauterscheinungen sind beschrieben. In jedem Fall sollte dann eine Hautbiopsie (Entnahme einer kleinen Hautprobe zur mikroskopischen Untersuchung) entnommen werden, dort findet sich dann die erwähnte „leukozytoklastische Vaskulitis“.


Abbildung 4:
Papulopustel


Abbildung 5:
Erythema nodosum

Relativ häufig (ca. 70% aller Patienten) ist auch eine Gelenkbeteiligung in Form einer Oligoarthritis (Oligo heisst, es sind maximal 5 Gelenke betroffen), die meist die Füße oder Knie betrifft und im Röntgenbild keine Veränderungen hinterlässt (nicht-erosiv). 

Ebenfalls häufig ist die Augenbeteiligung (bis zu 70% aller Patienten), die durchschnittlich 5 Jahre nach den ersten Symptomen (das sind meist die oralen Aphthen) auftritt. Eine genaue Beschreibung der Augenbeteiligung finden Sie auf der Homepage der Universitäts-Augenklinik, mit der wir im Rahmen des Interdisziplinären Schwerpunktes Rheumatologie und Autoimmunerkrankungen (INDIRA) eng zusammen arbeiten (Abb. 6).

Universitäts-Augenklinik Tübingen


Abbildung 6:
retinale Vaskulitis mit retinalen Einblutunen und Gefäßverschlüssen, Papillenödem

Schließlich gibt es Gefäßbeteiligungen in Form von Thrombophlebitiden, das sind oberflächliche Venenentzündungen, die sich als druckschmerzhafter, tastbarer Strang äußern, Thrombosen (auch Lungenembolien) und arteriellen Gefäßverschlüssen sowie Aneurysmen. Ein Aneurysma ist eine Gefäßaussackung, die sich aufgrund der Entzündung und daraus folgenden Schädigung der Gefäßwand ausbildet (Abb. 7). Aneurysmen kommen bevorzugt an Beingefäßen oder Lungengefäßen vor. Das größte Problem ist hierbei die Blutung, wenn das Aneurysma, das eine sehr schwache Wand hat, reißt („Ruptur“).


Abbildung 7:
Aneurysma der Arteria Poplitea

Weitere, seltenere Symptome des Morbus Behçet sind: eine gastrointestinale Beteiligung mit aphthösen Ulzerationen ähnlich wie bei M. Crohn; eine neurologische Beteiligung vor allem mit Zeichen einer (sterilen) Hirnhautentzündung (Meningitis) und verschiedenen durch arterielle und venöse Gefäßverschlüsse bedingten Durchblutungsstörungen mit den Symptomen eines Schlaganfalls; Nebenhodenentzündungen (Epididymitis); und extrem selten Herzbeteiligung (Herzinfarkte) und Nierenbeteiligung (Nierenentzündung = Glomerulonephritis). Diese Symptome treten bei maximal 10 % der Patienten meist im späteren Verlauf der Erkrankung auf.


Abbildung 8
: Hirnstammenzephalitis/Vaskulitis
 

Was kommt bei der Untersuchung auf Sie als Patient zu?

Im allgemeinen werden neben einer gründlichen Anamnese (Befragung), um alle Symptome der Erkrankung, Komplikationen und Begleiterkrankungen zu erfassen, eine gründliche körperliche Untersuchung und eine Vorstellung in der Haut- und Augenklinik, ggf. (bei entsprechenden Symptomen) auch in der Neurologischen Klinik veranlasst. Dies gelingt im allgemeinen an einem Tag. In Zukunft wird es im Rahmen des Interdisziplinären Schwerpunktes möglich sein, diese Untersuchungen auf einen Ort zu konzentrieren.

 
Abb. 9a und 9b:
Pathergie Test – Durchführung, Ergebnis

Zusätzlich erfolgt, wenn Sie noch keine Behandlung für den M. Behçet erhalten, ein Pathergietest. Dieser läuft folgender Maßen ab: (Abb. 9a und b) Es wird mit einer gelben (20 G) Kanüle an der Innenseite des Unterarms eingestochen, einmal mit und einmal ohne Injektion von 1ml Kochsalz in die Haut. Nach 48 Stunden wird das Ergebnis abgelesen: bildet sich eine Papulopustel, ist der Test positiv, wenn nicht, ist er negativ.
Außerdem werden zum Ausschluss von Organbeteiligungen und anderen Erkrankungen, die unter Umständen die Symptome eines M. Behçet imitieren können, noch apparative Untersuchungen durchgeführt (Röntgenaufnahmen der Lunge und betroffener Gelenke, Abdomensonographie, Echokardiographie).
Schließlich erfolgt eine umfangreiche Blutentnahme, die neben den üblichen Werten (Blutbild, Leber- und Nierenwerte, Entzündungswerte) auch Infektionsserologien, die sogenannte „Rheumaserologie“ und eine immungenetische Untersuchung (HLA-Typisierung, um festzustellen, ob HLA-B51 positiv ist) durchgeführt.
Da in unserem Zentrum regelmäßig immunologische Untersuchungen zur Entstehung des M. Behçet durchgeführt werden, ist es sehr wahrscheinlich, dass Sie gebeten werden, eine Extra-Blutprobe für entsprechende Untersuchungen zur Verfügung zu stellen. Hierfür ist kein gesonderter Einstich erforderlich, und die erworbenen Daten werden anonym weiter verarbeitet. In diesem Falle werden Sie in schriftlicher Form einen Aufklärungsbogen über die geplanten Untersuchungen und die erforderliche Menge Blutes erhalten und anschließend um Ihr schriftliches Einverständnis gebeten. Diese Untersuchungen und Aufklärungen sind jeweils mit der hiesigen Ethik-Kommission abgestimmt. Sie können jederzeit Fragen zu den geplanten Untersuchungen stellen und auch die Ergebnisse erfahren.
 

Wie sieht die Therapie der Erkrankung aus?

Die Behandlung des M. Behçet richtet sich nach der Schwere der vorhandenen Organbeteiligungen. Liegt ein ausschließlicher Befall von Haut- und Schleimhäuten vor, reicht meist eine Behandlung mit niedrig dosiertem Cortison und Colchicin.

Bei schwereren Verläufen mit Beteiligung der Gelenke, ausgeprägterer Vaskulitis der Haut, Thrombosen, oder leichteren Formen der Augen oder Magen-Darm Beteiligung kommt in erster Linie Azathioprin in Kombination mit Cortison zum Einsatz, alternativ zum Azathioprin wird oft gerade bei der Augenbeteiligung Cyclosporin A (CSA) eingesetzt.

Bei schweren Verläufen vor allem am Auge ist Interferon-alpha 2a sehr gut wirksam. Hier hat vor allem die Tübinger Arbeitsgruppe gute Ergebnisse erzielt7-10.

Bei therapierefraktären Verläufen, das heißt, wenn die oben genannten Behandlungen nicht ausreichend wirken, kommen in letzter Zeit zunehmend die Tumor-Nekrose-Faktor-Antagonisten zum Einsatz, alternativ Zytostatika wie Cyclophosphamid und Chlorambucil. Letztere werden als erste Behandlung zusammen mit hochdosiertem Cortison bei der Beteiligung des Zentralen Nervensystems eingesetzt.

In Einzelfällen wurde erfolgreich eine autologe Blut-Stammzelltransplantation durchgeführt.

Seite für den Arzt:

Die Diagnose des M. Behçet wird nach den Dilsen oder Mason und Barnes Kriterien, besser noch nach dem Klassifikationsbaum nach Davachi gestellt:


Abbildung: Klassifikationsbaum nach Davachi

Kritikpunkt: Patienten mit oralen Aphthen müssen nach diesem Schema genitale Aphthen oder ein positives Pathergie-Phänomen haben, welches in unseren Breiten sehr selten ist, um die Diagnose eines M. Behçet gestellt zu bekommen, selbst wenn sie typische Hauteffloreszenzen haben. Dieser Baum muss sicher den westeuropäischen Gegebenheiten besser angepasst werden.

 

 

Dilsen - Kriterien (11)

Mason und Barnes Kriterien (12)

O`Duffy - Kriterien (13)

Japan - Kriterien (14)

Positiver Pathergie-Test (spezifisch)

 

 HAUPTKRITERIEN(MAJOR)

 

 HAUPTSYMPTOME(MAJOR)

 

 HAUPTKRITERIEN(MAJOR)

 

HAUPTKRITERIEN

Rezidivierende orale Ulzerationen 

Genitale Ulzerationen 

Auge (anterior oder posterior) 

Haut (Erythema nodosum oder andere Manifestation)

Thrombophlebitis (oberflächlich oder tief)

Orale Ulzerationen 

Genitale Ulzerationen 

Augenläsionen Uveitis + Hypopion Cornealulzeration Retrobulbärneuritis 

Hautläsionen
Pusteln
Ulzerationen
Erythema nodosum
Erythema multiforme

Aphthöse Stomatitis

Genitale Ulzera 

Uveitis 

Dermale Vaskulitis 

Arthritis

Rekurrierende orale Ulzera 

Hautläsionen 

Uveitis oder Retinitis 

Genitale Ulzera

NEBENKRITERIEN

NEBENKRITERIEN
(MINOR)

NEBENSYMPTOME(MINOR)

NEBENKRITERIEN(MINOR)

Klinisch:

Periphere Arthritis
Neuropsychiatrisch
Gastrointestinal
Pleuropulmonal
Arteriell
Orchiepididymitis 

Andere: 

Anamnestisch: Hauthypersensibilität
Positive Familienanamnese

  

Gastrointestinale Läsionen
Thrombophlebitis
Kardiovaskuläre Läsionen
ZNS Läsionen
Familienanamnese

 

Zentrales Nervensystem 

Colitis 

Phlebitis 

Arteriitis der großen Gefäße

 

Arthritis 

Gastrointestinale Symptome 

Epididymitis 

Vaskuläre Symptome

Neuropsychiatrische Symptome

DIAGNOSE

DIAGNOSE

DIAGNOSE

TYPEN

Definitiv:

  • Pathergie (+),
    1 Haupt- oder Nebenkriterium

  • Pathergie (+)(-),
    2 Hauptkriterien oder 1 Haupt- und
    1 Nebenkriterium

  • 3 Haupt- oder
    2 Haupt- und 2 Nebenkriterien

Inkomplett:

  • Pathergie (+/-), 1 Haupt- oder 1 Nebenkriterium

 

 

3 Hauptkriterien oder
2 Haupt- und 2 Nebenkriterien

 

 

Orale oder genitale Ulzera  

PLUS 

2 andere Major Symptome

Komplett:
4 Major Kriterien 

Inkomplett:
3 Major Kriterien oder Uveitis plus 1 Major Kriterium 

Suspekt:
2 Major Kriterien 

Möglich:
1 Major Kriterium

Tabelle 2: verschiedene Diagnosekriterien

Die Kriterien der Internationalen Studiengruppe dienen der Klassifikation, nicht der Diagnose der Erkrankung und sollen die Vergleichbarkeit der Patienten in Studien verbessern (Tabelle 3).

Rekurrierende orale Aphthose

Kleine oder große aphthöse oder herpetiforme Ulzerationen, die mindestens dreimal in einer 12monatigen Periode wiederkehren

ZUSÄTZLICH 2 der folgenden Manifestationen

 

Rekurrierende genitale Läsionen

Aphthöse Ulzerationen oder Vernarbungen

Augenläsionen

Uveitis anterior, Uveitis posterior oder Zellen im Glaskörper bei der Spaltlampenuntersuchung, oder retinale Vaskulitis, beobachtet von einem Ophthalmologen

Hautläsionen

Erythema nodosum, Pseudofollikulitis, oder papulopustulöse Läsionen oder akneiforme Knötchen bei postadoleszenten Patienten ohne Steroidtherapie

Positiver Pathergie-Test

Intrakutaner Nadelstich mit einer 21 G Kanüle am Unterarm (Innenseite) abgelesen durch einen Arzt nach 24-48 Stunden

Tabelle 3: ISG Kriterien
 

Welche Studien laufen zur Zeit zum Thema Morbus Behçet in Tübingen?

Wir führen zum einen immunologische Untersuchungen zur Pathogenese und den Auswirkungen verschiedener Therapien auf das Immunsystem durch (Defensine, Lymphozyten-Subpopulationen, Zyto- und Chemokine). Ausserdem werden Untersuchungen zu verschiedenen Zytokin- und Chemokin-Polymorphismen durchgeführt. In Kooperation mit der Sektion für Immunhämatologie werden funktionelle Untersuchungen zur HLA-Expression und Antigenpräsentation durchgeführt.

Von Tübingen aus wird die nationale Multizenter-Studie INCYTOB geleitet (Interferon-alpha2a versus CSA bei okulärem M. Behçet). Die teilnehmenden Zentren inklusive der zuständigen Ansprechpartner, in denen jeweils Ophthalmologie und Innere Medizin/Rheumatologie miteinander kooperieren, finden Sie in der nachstehenden Liste bzw. auf der Übersichtskarte.


Abbildung 10:
Zentren der INCYTOB Studie

 


Weitere Informationen erhalten Sie beim Anklicken des Flyers. (Patientenvorstellung zwecks Studieneinschluss oder
Einholung einer zweiten Meinung)

  ZENTRUM 1 - Tübingen
 

Prof. Manfred Zierhut
Prof. Nicole Stübiger
OA Dr. Cristoph Deuter





Prof. Dr. Ina Kötter
PD. Dr. Ilhan Günaydin
Dipl. biol. Theodoros Xenitidis

University Hospital Tuebingen (UKT)
Department of Ophthalmology I
Schleichstraße 12 - 16, 72076 Tübingen

Manfred.zierhut@med.uni-tuebingen.de
nicole.stuebiger@med.uni-tuebingen.de
Christoph.deuter@med.uni-tuebingen.de


Department of Internal Medicine II
Otfried-Müller-Straße 10, 72076 Tübingen
Ina.koetter@med.uni-tuebingen.de
Ilhan.guenaydin@med.uni-tuebingen.de
Theodoros.Xenitidis@med.uni-tuebingen.de
  ZENTRUM 2 - Heidelberg
  Prof. Dr. H. E. Völcker
Friederike Mackensen



Prof. Martin Lorenz
Dr. med. Regina Max (Ansprechpartnerin)
University Hospital Heidelberg
Department of Ophthalmology
Im Neuenheimer Feld 400, 69120 Heidelberg

h.e._voelcker@med.uni-heidelberg.de
friederike.mackensen@uveitiszentrum.de

Department of Internal Medicine IV
Haematology/Rheumatology
Im Neuenheimer Feld 350, 69120 Heidelberg
hannes.lorenz@med.uni-heidelberg.de
regina.max@med.uni-heidelberg.de

  ZENTRUM 3 - Freiburg
  Dr. Thomas Ness
Prof. Dr. Thomas Reinhard        



Prof. H.H. Peter   
Dr. med. Bettina Bannert
University Hospital Freiburg
Department of Ophthalmology

Kilianstraße 5, 79106 Freiburg
ness@aug.ukl.uni-freiburg.de
reinhard@ukl.uni-freiburg.de

Department of Internal Medicine/Clinical Immunology/Rheumatology
Hugstetter Straße 55, 79106 Freiburg
hans-hartmut.peter@uniklinik-freiburg.de
bettina.bannert@uniklinik-freiburg.de
  ZENTRUM 4 - Essen
 

University Hospital Essen
Teilnahme beendet

  ZENTRUM 5 - Göttingen
  Prof. Dr. Dr. Jörgen Petersen
Dr. Wiebke Horn


Prof. G.H. Müller
Dr. S. Blaschke

University Hospital Göttingen
Department of Ophthalmology
Robert-KoRobert-Koch Straße 40 , 37075 Göttingen
augenklinik@med.uni-goettingen.de

wiebke.horn@web.de

Department of Internal Medicine (Nephrology and Rheumatology)
Robert-Koch Str. 40, 37075 Göttingen
gmueller@med.uni-goettingen.de
sblasch@gwdg.de

  ZENTRUM 6 - Dresden
 

University Hospital Dresden
Teilnahme vereinbart

  ZENTRUM 7a - Berlin
  Prof. Uwe Pleyer
Prof. Dr. Christian Hartmann



Prof. Gerd-Rüdiger Burmester
Dr. med. E. Feist
Dr. Jacqueline Detert

University Hospital Berlin (Charite and Benjamin Franklin)
Campus Charite, Department of Ophthalmology
Augustenburger Platz 1, 13353 Berlin
Uwe.pleyer@charite.de
Christian.hartmann@charite.de

Department of Internal Medicine/Rheumatology,
Schumannstr. 20/21, 10117 Berlin
Gerd.burmester@charite.de
eugen.feist@charite.de
jacqueline.detert@charite.de

  ZENTRUM 7b - Berlin
 

Campus Benjamin Franklin
Teilnahme beendet - Patienten werden in Dessau weiterbetreut

  ZENTRUM 8 - Erlangen
  Prof. Dr. Friedrich E. Kruse
PD Dr. med. Antonio Bargua


Prof. Bernhard Manger
Dr. med. Monika Ronneberger

University Hospital Erlangen
Department of Ophthalmology
Schwabachanlage 6, 91054 Erlangen
kruse@augen.imed.uni-erlangen.de
antonio.bergua@uk-erlangen.de

Department of Internal Medicine/Clinical Imunology/Rheumatology
Medizin. Klinik III der Universitätsklinik Erlangen

Krankenhausstr. 12, 90154 Erlangen
Bernhard.manger@med3.imed.uni-erlangen.de
monika.ronneberger@uk-erlangen.de

  ZENTRUM 9 - Münster
 

Prof. Dr. med. Arnd Heiligenhaus
Dr. Carsten Heinz

Dr. med. Martin Baumgärtel

Augenabteilung am St. Franziskus-Hospital
Hohenzollernring 72, 48145 Münster
Arnd.heiligenhaus@uveitis-zentrum.de
carsten.heinz@uveitis-zentrum.de

St. Franziskus Hospital, Innere Medizin I
martin.baumgaertel@sfh-muenster.de
  ZENTRUM 10 - Hamburg
 

University Hospital Hamburg / Eppendorf
Teilnahme vereinbart

  ZENTRUM 11 - Frankfurt am Main
 

University Hospital Frankfurt am Main
Teilnahme vereinbart

  ZENTRUM 12 - Chemnitz
 

 

Department of Ophtalmology Chemnitz
Teilnahme beendet
  ZENTRUM 13 - Dessau
 

Prof. Dr. C. Zouboulis
Dipl. med. Andreas Altenburg



Dr. med. Lothar Krause (Chefarzt)

OA Dr. Hans-Jürgen Kuhn

 

Department of dermatology and immunology
Hautklinik Städtisches Klinikum Dessau
Auenweg 38, 06847 Dessau
christos.zouboulis@klinikum-dessau.de
andreas.altenburg@klinikum-dessau.de

Department of ophtalmology
Auenweg 38, 06847 Dessau
Kitty.Thiemicke@klinikum-dessau.de (Sekretärin)
hj.kuhn@klinikum-dessau.de
augenklinik@klinikum-dessau.de
  ZENTRUM 15 - Düsseldorf
 

University Hospital Düsseldorf
Teilnahme vereinbart

  ZENTRUM 16 - Giessen / Marburg
 

University Hospital Giessen / Marburg & Kerckhoff Klinik Bad Nauheim
Teilnahme vereinbart

  ZENTRUM 17 - Halle
 

University Hospital Halle
Teilnahme vereinbart

  ZENTRUM 20 - Kiel
 

University Hospital Kiel
Teilnahme vereinbart

  ZENTRUM 23 - Mainz
 

University Hospital Mainz
Teilnahme zurückgezogen

  ZENTRUM 24 - München
 

University Hospital München
Teilnahme vereinbart

  ZENTRUM 27 - Berlin
 

Berlin Schlosspark-Klinik
Teilnahme vereinbart

 

Die Ein- und Ausschlusskriterien sowie die beiden Therapie-Arme gestalten sich folgender Maßen:
     
         Studientitel INCYTOB : Interferon-α 2a versus cyclosporin A in der Behandlung des schweren okulären M. Behcet
  Studiendesign

Multizentrisch, national, kontrolliert, prospektiv, randomisiert, einfach verblindet, Phase III
Anzahl der Zentren: 9 (national, multizentrisch)

  Geplante Patientenzahl 60 bis 100
  Studiendauer Dauer der Studie: 24 Monate (inklusive Nachbeobachtung)
  Ziel der Studie: Evaluation der Effektivität von IFN-α2a im Vergleich zu CSA als Standard bei schwerem okulärem M. Behcet
  Primäre Zielkriterien: Krankheits-Aktivitäts-Scores:  Uveitis Scoring System
  Sekundäre Zielkriterien:

Laborwerte  für Entzündungsaktivität (BSG, CRP, Zytokine)
SF-36, Lebensqualität, ERG, OCT, Fluoreszenzangiographie, BD activity form, Aphthen Score, Visus (Snellen Charts)

  Einschluss-Kriterien: International Study Group Kriterien für M. Behcet erfüllt
Alter > 18, < 75 years
Aktive Erkrankung definiert als
Positiver uveitis score (Zeichen der aktiven Uveitis)
BD Activity score > 4
CRP > 2mg/dl oder BSG > 20 mm/h
Frauen: effektive Kontrazeption oder Menopause
  Ausschlusskriterien: # Vorbehandlung mit IFN-α oder CSA
# Akute oder chronische entzündlicher Gelenkerkrankung in der Vorgeschichte, Autoimmunerkrankungen wie Vaskulitiden, Kollagenose, seronegative Spondyloarthropathien, RA, Psoriasis-Arthritis, reaktive Arthritis, JIA, PAN, M. Wegener etc..
# Schwere psychische Erkrankung in der Vorgeschichte (z.B. Depression, Psychose)
# Akutes Trauma
# Hepatitis B/C – Seropositivität
# Andere aktive medizinische Konditionen wie chronisch entzündliche Darmerkankungen, hämorrhagische Diathese, schwerer instabiler Diabetes, Nephritis (positives Urinsediment)
# Nierenfunktionseinschränkung (Kreatinin > 1.5 mg/dl)
# Hypertonie trotz adäquater Medikation
# Aktive peptische Ulzera (ventrikuli/duodeni)
# Interstitielle Lungenerkrankung
# Organtransplantation
# Herzinsuffizienz > NYHA III
# Terminale Erkrankung
# Aktive Lebererkrankung die nicht komplett ausgeheilt ist (definiert als Leberwerte (GPT/ALT zweifach über der Norm)
# Gerinnungsstörungen
# Kongenitale oder erworbene Immundefizienz, Malignom oder Lymphom in der Vorgeschichte # Erkrankung der Hämatopoiese
# Leukozyten < 3.500/mm3, oder Thrombozyten < 100.000/mm3, oder Hb < 8,5 g/dl
# Körpergewicht < 45 kg
# Zusätzliche medizinische Problematik die nach Einschätzung des Prüfers die Fähigkeit des Patienten einschränken, die Medikation zu tolerieren, metabolisieren oder eliminieren.
# Kürzlicher, signifikanter Alkohol- oder Drogenmissbrauch in der Vorgeschichte. Fehlende Bereitschaft, den Alkoholkonsum während der Studienteilnahme auf ein Minimum zu reduzieren.
# Geistiger Zustand, der zur Unfähigkeit des Patienten führt, Sinn und Zweck sowie Konsequenzen der Studienteilnahme zu verstehen, unkooperatives Verhalten.
# Schwangere und stillende Frauen
  Studienmedikation

Interferon-α2a (Roferon-A®), subkutane Applikation
Dosierung:  9 x 106 iU täglich bis 3 x wöchentlich

  Standard Behandlung

Cyclosporin A (Sandimmun optoral®), orale Applikation
Dosierung: 3mg/kg KG bis 5mg/kg KG (adaptiert an Serumspiegel)

 

 

 

An wen können Sie sich wenden, wenn Sie einen M. Behçet bei Ihrem Patienten/Ihrer Patientin vermuten:  

In Tübingen sind die Ansprechpartner: 

Innere Medizin/Rheumatologie:  

Frau Prof. Dr. med. Ina Kötter
Oberärztin
Innere Medizin/Rheumatologie
Hämatologie/Internistische Onkologie
Medizinische Universitätsklinik Abt. II
Otfried-Müller-Str. 10
72076 Tübingen
Fax: 07071-295138

e-mail:
ina.koetter@med.uni-tuebingen.de
 

Herr Doz. Dr. med. Ilhan Günaydin
Koordinator des Rheumazentrums Württemberg
Innere Medizin/Rheumatologie
Medizinische Universitätsklinik Abt. II
Otfried-Müller-Str. 10
72076 Tübingen

e-mail:
ilhan.guenaydin@med.uni-tuebingen.de

Herr Dr. med. Christoph Deuter
Funktionsoberarzt
Universitäts-Augenklinik Abt. I
Schleichstr. 12-16
72076 Tübingen

e-mail:
christoph.deuter@med.uni-tuebingen.de
 

Herr Prof. Dr. med. Manfred Zierhut
Oberarzt
Universitäts-Augenklinik Abt. I
Schleichstr. 12-16
72076 Tübingen

e-mail:
manfred.zierhut@med.uni-tuebingen.de

 
In Berlin befindet sich das Deutsche Register M. Adamantiades-Behçet, in das auch wir alle Patienten melden, die bei uns vorgestellt werden (selbstverständlich in anonymisierter Form). 

Wir stehen Ihnen gerne (am besten per Fax oder e-mail) bei Fragen zur Verfügung. Wir würden uns freuen, wenn Sie uns Patienten mit vermutlichem M. Behçet melden oder auch vorstellen, da wir versuchen wollen, die epidemiologische Datenlage über die Häufigkeit der Erkrankung bei deutschstämmigen Menschen zu verbessern, und das gelingt nur, wenn uns möglichst alle Patienten (zumindest aus unserem Einzugsgebiet)  gemeldet werden.


Selbsthilfe-Gruppe Leben Mit Behcet

Adeltraud Müller
Wilhelmsthaler Str. 2
34125 Kassel
Tel.: 0561/875751
e-mail: Selbsthilfe-behcet@web.de
Sprechzeiten:
Mo.14-16 Uhr
Mi. 14-18 Uhr
Fr. 16-19 Uhr

Diana Bartosz
Brunnisaachweg 16/1
88677 MARKDORF
Tel.: 07544/71341

e-mail: morbusbehcet_sued@yahoo.de

Leben mit Behcet - Sachsen
Annelies Bemmann
Tannenberger - Hauptstraße 45
09648 Mittweida
Tel: 03727 - 92283


 

LINKS

Prof. Dr. med. Zouboulis (Charité Berlin)

ISBG

(wir haben nur die Links angegeben, die wir für sachlich richtig und wichtig halten und raten dringend davon ab, über Suchmaschinen andere Websites aufzusuchen, da diese schwere Fehler enthalten können, die nur irre führen und nicht hilfreich sind)

 

Urheber dieser Website: 

PD Dr. med. Ina Kötter

.........................

 

LITERATUR

1.         Kotter I, Vonthein R, Gunaydin I, et al. Behcet's disease in patients of German and Turkish origin--a comparative study. Adv Exp Med Biol 2003; 528:53-8.

2.         Kotter I, Gunaydin I, Stubiger N, et al. Comparative analysis of the association of HLA-B*51 suballeles with Behcet's disease in patients of German and Turkish origin. Tissue Antigens 2001; 58:166-70.

3.         Behcet H. Über rezidivierende, aphthöse, durch ein Virus verursachte Geschwüre im Mund, am Auge und an den Genitalien. Dermatol. Wschr. 1937; 105:1152-1157.

4.         Adamantiades B. A case of relapsing iritis with hypopion (in Greek). Archia Iatrikis Etairas (Proceedings of hte Medical Society of Athens) 1930:586-539.

5.         Dilsen N. History and development of Behcet's disease. Rev Rhum Engl Ed 1996; 63:512-9.

6.         Zouboulis CC, Keitel W. A historical review of early descriptions of Adamantiades-Behet`s disease. J Invest Dermatol 2002; 1:201-205.

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